| Als während des Dreißigjährigen Krieges die Schweden kurz vor Kötzting standen,
schickten sie einen Abgesandten in die Stadt, um über die kampflose Übergabe der
Stadt zu verhandeln. Die Kötztinger waren über die gestellten Bedingungen aber
derart in Wut geraten, daß sie den Abgesandten angriffen, ihm den Kopf abschlugen
und den verstümmelten Leichnam auf sein Pferd banden. Das galoppierte schließlich
mit seiner Last auf Furth zu, wo die Schweden standen. Die Schweden rächten sich
fürchterlich.
Das unheimliche Pferd mit seinem kopflosen Reiter ist später immer wieder in
der Kötztinger Gegend umgegangen. Unter der Bevölkerung löste es Angst und Schrecken
aus. Einem Bauern aus Zeltendorf, der zu später Stunde noch unterwegs war, soll
der Erzählung nach eines Tages das Pferd nachgerannt sein, wiehernd hat es seinen
Kopf auf die Schulter des Bauern gelegt. Vor Angst standen ihm die Haare zu Berge.
Atemlos und schweißbedeckt kam er zu Hause an und schlug, weil ihm nicht augenblicklich
geöffnet wurde, die Haustüre ein, um unter seinem eigenen Dache Unterschlupf zu
finden und in Sicherheit zu sein.
Seine Bäuerin meinte, nachdem er ihr den Vorfall geschildert hatte: „Wenn´s dich
nur alleweil so vom Wirtshaus heimtreiben tät´, du Lump, du b´soffener, dann wär´s
so arg z´wider gar net, des Roß!“ |