| Vor einigen Jahrhunderten drangen Bilderstürmer in die Kirche zu Nabburg in der
Oberpfalz ein und wüteten dort schrecklich. Sie rissen Heiligenbilder herunter,
zerstörten den Altar und warfen alles auf einen Haufen, den sie dann anzündeten.
Dabei muß ein Marienbild vom Haufen herunter gerollt sein. Es wurde jedenfalls
kein Opfer der Flammen, sondern von einem Kaufmann gefunden und mitgenommen. Auf
einer Geschäftsreise kam der in die Kötztinger Gegend.
Unter einer mächtigen Eiche oberhalb von Weißenregen rastete der Kaufmann. An
dieser Stelle, so inmitten wogender Kornfelder und saftiger Wiesen, die von Wald
gesäumt wurden, sollte das gerettete Marienbild eine neue Heimat finden, beschloß
er. In einer Höhlung im Stamm der ausladenden Eiche stellte der Mann das Bildnis
auf. Ein großer Stein davor schien ihm ein geeigneter Platz für ein Gebet zu sein.
Der Kaufmann hoffte, damit der Himmelmutter einen Dienst erwiesen zu haben.
Das Bild blieb nicht lange unentdeckt. Die Vorüberziehenden grüßten Maria mit
dem Kinde und so manches Gebet stieg zum Himmel empor. Und Maria half vielen,
die in ihrer Not zu ihr kamen. Die Verehrung der Maria von Weißenregen nahm von
Jahr zu Jahr stark zu.
Inzwischen ist aus dem Bild im Baum eine weithin sichtbare Wallfahrtskirche geworden.
Zu Maria rufen auch heute noch viele Mühseligen und sie hilft auch noch immer. |