| In der Nähe von Ringelai verlief früher die Grenze zwischen dem Land Bayern und
dem Fürstbistum Passau, dem Abteiland. Hart an dieser Grenze liegt ein felsiger
Bergstock, der nach den Ereignissen während des Dreißigjährigen Krieges den Namen
„Geistlicher Stein“ erhielt und das kam so:
Im Waldgebirge hausten die Schweden ganz fürchterlich. Besonders der Stand der
Geistlichkeit hatte viel Grausamkeiten zu erdulden. Deshalb flohen einige Geistliche
und eine Schar tiefgläubiger Menschen vor den wilden Horden in die undurchdringlichen
Wälder. Das Felsgebiet mit seinen Höhlen gab ihnen Schutz. Lebensmittel holten
sie sich ab und an bei umliegenden Bauern. Ansonsten hielten sie sich in ihrer
Verborgenheit ganz still, feierten aber täglich die Hl. Messe. Die fromme Schar
überlebte unentdeckt das Grauen und gab dann dem Unterschlupf seinen noch heute
gebräuchlichen Namen. |