| Schloß Fürsteneck war einst ein Jagdschloß der Passauer Fürstbischöfe. Unter
ihnen war einmal einer, dem die Jagd über alles ging. Ihm war deshalb nichts mehr
verhaßt als ein Wilddieb. Gelang es, einen solchen zu fassen, war ihm ein grauenvoller
Tod sicher. Der Fürstbischof ließ ihn zunächst in den Hungerturm werfen. War er
dann körperlich sehr geschwächt, wurde er auf einen Hirschen gebunden, den man
mit Hunden durch die ausgedehnten Wälder jagte. Für Mensch und Tier endete so
eine Hetzjagd tödlich.
Zur Strafe für sein abscheuliches Tun findet die Seele des Fürstbischofs keine
Ruhe. Immer noch reitet er durch die Wälder. Dabei begleitet ihn das schaurige
Jammern der von ihm in den Tod getriebenen Wilderer. |