| Nahe an der böhmischen Grenze stand einst ein einsames Bauernhaus. Dort lebte
ein Knecht, der die Gewohnheit hatte, täglich in seine Pudelmütze hinein Gebete
für die Armen Seelen zu sprechen. Sonntags, nach dem Kirchgang, besuchte er dann
den Friedhof und schüttelte seine Mütze über den Gräbern aus. Mit einem Stock
klopfte er sie ein wenig fest und sprach den Toten zu: „Nehmt´s euch, was´s braucht´s!“
Dem Pfarrherrn gefiel solches Tun überhaupt nicht und er verbat dem Knecht seinen
Unsinn. Bald aber fand der Pfarrer des nachts keine ruhige Minute mehr. Es klopfte
und weiherzte bei ihm herum und dunkle Stimmen forderten Gebete ein. Dieser Spuk
dauerte so lange, bis der Pfarrherr eines Sonntags den Knecht nach der Messe ansprach:
„In Gottes Namen, dann bet´ halt wieder in die Pudlhaub´m eine!“ Das tat der Knecht
dann auch und die verstorbenen Seelen gaben Ruhe. |