| Die Ritter von Lichtenegg und Hohenbogen waren jahrzehntelang erbitterte Feinde.
Eines Tages aber lud der Lichtenegger seinen Widersacher samt dessen Söhnen zu
einem Versöhnungsgespräch auf seine Burg ein.
Die Hohenbogener waren schon lange des Zwistes müde, sie begrüßten, daß der Lichtenegger
nun endlich auch das Kriegsbeil begraben wollte und leisteten der Einladung Folge.
Als sie auf Lichtenegg ankamen, wurden sie sehr höflich empfangen und bestens
bewirtet. Man redete über dies und das, bis schließlich der Lichtenegger seine
Gäste an ein Fenster führte, von dem aus man Hohenbogen sehen konnte. Der Lichtenegger
hatte, während er die Hohenbogener bewirtete, die Feindesburg in Brand stecken
lassen und die Hohenbogener erkannten, als sie die hoch auflodernden Flammen in
ihrer Burg sahen, in welche Falle sie getappt waren.
Die so hinterlistig Getäuschten wollten zurück, doch nun waren die Burgtore von
Lichtenegg verrammelt, sie wurden gefangen genommen und entkamen ihrem Verlies
nicht mehr. Der Lichtenegger aber fand nach seinem Tod keine Ruhe. Er muß herumgeistern
bis in alle Ewigkeit. |