| Völlig isoliert vom Waldgebirge liegt der Granitbrocken des Natternberges jenseits
der Donau bei der Stadt Deggendorf. Von seiner Entstehung weiß eine Sage:
Die Wallfahrt zum Mirakelbild in der Gnadenkirche zu Deggendorf zog zahlreiche
Pilger an. Der Teufel, der in der Gegend vielfachen Handel trieben, sah diese
Wallfahrten nicht gern und wollte sie unterbinden, indem er die hl. Hostie stehlen
ließ.
Er wollte sie aufessen lassen, da verwandelte sie sich in ein Kind. Er wollte
sie verbrennen, aber wieder wandelte sie sich in ein Kind. Er wollte sie in einen
tiefen Brunnen werfen, aber da nahte ein neugeweihter Priester aus dem Kloster
Niederalteich und die Hostie flog in dessen Schutz.
Darüber erboste der Teufel so sehr, daß er einen riesigen Felsbrocken heranschaffte.
Den wollte er in die Donau werfen, so daß das ganze Kloster Niederalteich absaufen
müßte. Schon war der dem Strom nahe, da ertönte in Deggendorf eine Kirchenglocke,
die den Tag anläutete. Des Teufels Macht war dahin, er mußte den Brocken liegen
lassen, wo er gerade war.
Seinen Namen hat der Natternberg erst später bekommen, er entstand, weil sich
an den trockenen, sonnigen Hängen immer schon besonders viele Nattern aufhielten.
Auch um diese Nattern gibt es eine Reihe von Sagen. |