| Bei Altrandsberg gab es früher viele Wiesen, die übersät waren mit unterschiedlich
großen Felsbrocken, so daß eine Bearbeitung kaum möglich war. Die Böden waren
zudem karg, so daß nur spärlicher Graswuchs sie deckte. Nur zum Abweiden waren
die Anger zu gebrauchen und – so sagte man – der Teufel halte sich dort gerne
auf. Die Mulden und Dellen auf den Steinen wurden als Absatzabdruck, als Ellbogenabdruck,
und so weiter gedeutet und die fromme Bevölkerung mied solche Wiesen so gut es
ging.
Eine große Steinplatte, die eine breite und vor allem lange Senke aufwies, soll
dem Gehörnten öfter als Nachtlager auf Erden gedient haben. Eines Nachts, als
ein einsamer Zecher zu später Stunde dort vorbeikam, schrak der Teufel durch das
Gegröle des Trunkenen auf und stürzte sich voller Wut auf den Störer. Der versuchte
mit aller Kraft, den Höllenfürsten abzuschütteln. Es gelang ihm aber nicht. Atemlos
von dem Gerangel ließ er sich gerade auf die Steinplatte fallen, auf der der Teufel
geschlafen hatte.
Erbost über die Anmaßung des Menschen sprang der Gehörnte mit so viel Schwung
vom Rücken des Armen, daß des Teufels Hinterteil einen tiefen Eindruck im Stein
hinterließ. Der Zecher erzählte später oft, der Teufel sei so fürchterlich schwer
gewesen, daß er immer wieder unter ihm hingefallen sei.
Den Heimweg vom Bier hat der Mann all seine Lebtage nicht mehr so spät angetreten
– auch wenn Spötter boshaft behaupteten, er habe nur mit seinem Rausch gerangelt.
Für ihn war der Schrecken heilsam und sein braves Eheweib hat dem Teufel für dieses
Werk herzlich gedankt. Heute sind die alten Sagensteine dank moderner Maschinen
längst beseitigt, die Wiesen können wie alle anderen mit dem Traktor bearbeitet
werden. |