| Die steilen Pfade im Waldgebirge sind in alter Zeit so manchem Fuhrwerker zum
Verhängnis geworden. So ist auch einmal ein Holzknecht aus Ringelai mit einer
schweren Fuhre auf dem Weg von Neidberg hinunter nach Ringelai gewesen. Die Rösser
waren unruhig, der Mann wurde nervös und begann fürchterlich zu fluchen.
Er war noch mitten drin in seinem wüsten Zornausbruch, als er einen schweren
Stein sah, der in den Weg ragte. Der Holzknecht wollte noch rasch bremsen, aber
es war zu spät. Zwischen Stein und Wagen wurde er erdrückt.
Als die Ringelaier ihn fanden, begrub man ihn unter dem Stein, der seinen Tod
verursacht hatte. Dann hat man immer wieder bei Nacht ein Licht dort umgehen sehen.
Manchmal wanderte das Licht auch und kam dabei bis hinauf nach Wamberg.
Jahrzehntelang ging das so fort. Dann beschlossen die Ringelaier, ein Kreuz auf
den Stein zu setzen. In der Nacht, nachdem ein schmiedeeisernes Kreuz auf dem
Felsen moniert worden war, hörten einige Leute ein Seufzen. Dann war es mit dem
Spuk vorbei. Der Holzknecht hat durch das Kreuz seine ewige Ruhe gefunden. |