| Aus einem Passauer Nonnenkloster waren zwei fromme Frauen unterwegs in ein anderes
Kloster. Es ging schon auf den Abend zu, da kamen sie in die Nähe von Perlesreut.
Sie beschlossen, für diesen Tag ihre Wanderung zu beenden und ein Nachtquartier
zu suchen.
Die Perlesreuter waren aber von den beiden Frauen nicht sehr angetan, sie mißtrauten
ihnen und wiesen sie ab. Nirgendwo fanden die beiden Unterschlupf. Schließlich
hatten sie doch noch Glück und konnten beim Achatz und beim Schopf nächtigen.
Am nächsten Morgen, ehe sie weiterzogen, übergaben sie den beiden Bauern zum
Dank je einen Rosenkranz und ermahnten sie, gut darauf acht zu geben, denn die
Rosenkränze würden sie vor großem Unglück bewahren.
Bald darauf brach in Perlesreut ein Brand aus, der sich rasch mächtig ausbreitete.
Das ganze Dorf fiel in Schutt und Asche. Nur die beiden Häuser, in denen die Nonnen
übernachtet hatten, verschonte die Feuersbrunst. Davon erzählt man sich in Perlesreut
noch heute. |