| In der Kreisstadt Freyung steht das "Pfenniggeiger-Denkmal". Seine Geschichte
geht auf folgende Begebenheit zurück:
Zu Zeiten des Salzhandels auf dem Goldenen Steig entstand kurz vor der böhmischen
Grenze eine winzige Siedlung. Die Häuser dienten Säumern und anderen Händlern
als Herberge und Versorgungsstation für Mensch und Tier.
Eine Herberge wurde einmal von einem sehr geizigen und habsüchtigen Wirt betrieben.
Er wußte nur zu gut, daß die Reisenden auf ihn angewiesen waren und nutzte die
Situation stets schamlos aus. So sorgte er beispielsweise dafür, daß dem Alkohol
kräftig zugesprochen wurde und dann Glücksspiele für Zeitvertreib zum Einsatz
kamen. Hatten die Gäste dafür zu wenig Bares, lieh er es eifrig aus, forderte
dafür aber hohe Zinsen.
Einmal ging es in der Herberge wieder hoch her. Da verlangten die Anwesenden,
der Wirt möge für Musikanten sorgen, die er jedoch selber gut zu entlohnen habe.
Als Gegenleistung wollten die Händler dafür die Nacht durchzechen. Der Wirt ließ
augenblicklich einen armen böhmischen Geiger holen, denn er witterte ein gutes
Geschäft. Der Mann fiedelte dann auch die ganze Nacht für die Gäste des Wirts.
Als es ans Bezahlen ging, meinte der Wirt, er habe dem Musikus ohnehin schon
ein Essen spendiert, das wäre Entlohnung genug. Da wurden die Gäste sehr ärgerlich
und verlangten den vereinbarten guten Lohn für den Böhmen. Wirt und Gäste stritten
lange. Endlich zog der Wirt seinen Geldsack und warf dem Musikanten drei Pfennige
vor die Füße.
Darüber waren die Säumer so erbost, daß sie den Wirt mit seinem Geldsack und
mit ihren Hosengürteln blau und grün schlugen. Sie ließen ihn dann liegen und
zogen ihres Weges. In der Herberge sind sie nie mehr zugekehrt, sondern haben
sich in der Nähe der Siedlung selber eine gebaut. Die Röhrnhäuser, so hieß die
Siedlung, wurden fortan nur noch "Pfenniggeigerhäuser" genannt. |