| Während des Mittelalters florierte der Salzhandel vom Salzkammergut und dem Rupertiwinkel
bei Berchtesgaden und Reichenhall ins salzarme Böhmen. Fahrstraßen durch das Waldgebirge
gab es allerdings noch nicht. Deshalb wurde das Salz zunächst auf dem Wasserweg
bis Passau gebracht, dann übernahmen Saumpferde die kostbare Fracht.
Nur mühsam kamen sie auf dem Goldenen Steig voran. Ein Seitenweg der "Guldenstraß´"
führte am Lusen vorbei nach Böhmen. Der beständig steigende Weg kostete viel Kraft,
die Einsamkeit der Gegend machte Versorgungsstellen für Mensch und Tier dringend
nötig. So wurde bei den Blauen Säulen, hart an der Grenze zu Böhmen, eine Brotniederlage
eingerichtet. Der Bäcker des nächstgelegenen Ortes schaffte seine Ware dorthin,
eine eiserne Geldbüchse wurde befestigt und dann bediente man sich einfach und
legte das Geld in die Büchse.
Nicht alle Säumer aber waren ehrliche Leute. So mancher Schelm nutzte die fehlende
Überwachung und entnahm Brot ohne zu zahlen. Aber der Teufel ist überall. Auch
bei den Blauen Säulen machte er gute Geschäfte, denn meist war der Brotdiebstahl
nicht das einzige Delikt seiner "Kunden". Er holte sich die Seelen der Frevler,
ihre Körper aber verwandelte er zu Stein. Deshalb ist die Gegend um die Blauen
Säulen übersät mit großen und kleinen Felstrümmern. |