| Eine tiefe enge Schlucht, die am Grund mit wilden Felstrümmern und Geröll übersät
ist, trägt den Namen 'Teufelsloch'. Hier rauscht es oft ganz unheimlich, wie von
einem Bergbach. Es ist aber weit und breit kein Wasser zu finden. In den rauen
Wetterfichten wohnt, so heißt es, ein scheußliches Ungeheuer. Wahrscheinlich ist
es der Satan selber.
Die Bauern, die manchmal am Teufelsloch vorbei mußten, berichteten, daß jemand
mit glühenden Tannenzapfen nach ihnen geworfen habe. Die Baumfrüchte verschwanden
aber jedes Mal spurlos in den Wänden der Schlucht. Vor allem nach Einbruch der
Dunkelheit soll das Ungeheuer in den wildzerzausten Bäumen herumturnen und dabei
gräßlich schreien.
Solche Berichte häuften sich. So kam es, daß der Platz mehr und mehr gemieden
wurde. Selbst die Wildschützen hielten sie nicht für ein gutes Versteck. Bis heute
gilt das Teufelsloch am Lusen als unheimliche Stelle, auch wenn den Teufel noch
niemand dort gesehen hat. |