| Wer von Grainet aus in Richtung Duschlberg wandert, wird sicher tief im Wald
das beliebte Wallfahrtskirchlein "Kohlstattbrunn" aufsuchen. Darinnen hängt ein
Bild, das einen Jäger zeigt, der an einer Quelle kniet und einen Hasen mit wilden
Augen unter dem Arm hält. Das Bild trägt die Unterschrift "Ursprung der Wallfahrt
Kohlstattbrunn".
Der Sage nach war einst Lorenz Seidl, Häusler von Frauenberg, an einem Sonntag
im September des Jahres 1753 auf dem Weg zur Kirche in Grainet. Als passionierter
Jäger hatte er auch auf diesem Weg sein Gewehr dabei. Da sah er plötzlich einen
Hasen. Dem folgte er, denn so ein fetter Braten wäre ihm gerade recht gewesen.
Doch da läuteten die Glocken zur Hl. Messe. Der Jäger verfluchte den Hasen – und
hielt augenblicklich ein kohlschwarzes Tier mit feurigen Augen im Arm.
Entsetzt brach der Jäger neben dem Kohlstattbrunnen in die Knie und flehte lauthals
zu Jesus und Maria um Vergebung für seinen Frevel. Der schwarze Hase verschwand,
der Jäger war überzeugt, daß das Tier der Teufel selber war, der ihn wegen seiner
Jagdleidenschaft in die Hölle bringen wollte.
Lorenz Seidl hat aus Dankbarkeit für seine Errettung und sein Seelenheil das
Bild malen lassen. Noch heute pilgern viele Menschen zum Wallfahrtskirchlein.
Die Quelle daneben soll heilkräftig sein. |