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Viel zu bieten hat dieses wilde Waldgebirge, hier liegen die höchsten Gipfel
der Region: Osser, Arber, Falkenstein, Rachel, Lusen und Dreisesselberg. An ihre
Hänge klammern sich Bergmischwälder, die zum Teil noch urwaldartigen Charakter
zeigen. Da gibt es Hochmoore, die "Filze" mit höchst seltenen botanischen Raritäten,
abgeschiedene ehemalige Bergweiden, sog. Schachten, auf denen Ruhe fühlbar wird.
Rauschende, springlebendige Bergbäche und dunkle, einsame, uralte Gletscherseen,
bizarre Felsgebilde, tiefe, verwegene Schluchten, Wälder voller Beeren und Pilze,
Wanderwege, die nach jeder Kurve eine andere Perspektive erlauben, phantastische
Aussichtspunkte – die Vielfalt des Waldlandes ist kaum zu überbieten. Auf Rad-
und Mountainbikestrecken warten ungezählte Besonderheiten darauf, von Besuchern
entdeckt zu werden.
Im Bereich von Falkenstein, Rachel und Lusen erstreckt sich der Nationalpark
Bayerischer Wald. Tierfreigelände, Waldspielplatz, Naturerlebnispfad, Felswanderzone,
Urwald-, Eiszeit- und Bergbach-Lehrpfad, waldgeschichtliches Wandergebiet ziehen
neben anderen Attraktionen jährlich über zwei Millionen Besucher in ihren Bann.
Die naturnahen Flußtäler von Ilz und Regen sind durch bezaubernde Flußwanderwege
bestens erschlossen, die Buchberger Leite begleitet die Wolfsteiner Ohe. Entlang
der Donau trifft man von Regensburg über Straubing und Deggendorf bis Passau überall
auf 2000jährige Kultur.
Die breite Senke, die das Waldgebirge in den Haupt- und den Donaukamm teilt,
wird auf einer Länge von ca. 150 km von Nord nach Süd von einer geologischen Rarität,
einer Quarzgesteinsader, durchzogen. An manchen Stellen ragt der "Pfahl", so ihr
Name, wild und bizarr an die 30 Meter hoch aus dem Erdreich. Durch die Vorkommen
von Quarz und den Holzreichtum ist der Hauptindustriezweig des Waldgebirges, die
Glaserzeugung, entstanden. |
Holz und Glas sind auch heute noch die Haupterwerbszweige der Bewohner des Waldgebirges.
Beliebt bei Gästen ist der vorteilhafte Einkauf solcher Produkte ab Herstellungsbetrieb.
Führungen durch Glasherstellungs- und –veredelungsbetriebe zählen beinahe zum
"Muß" und beeindrucken die Besucher sehr.
Vielerorts gibt es sie noch, die ansehnlichen Waldlerhäuser aus Holz und Granit,
in zwei Museumsdörfern und zahlreichen Themenmuseen kann man dem Leben der Waldler
in vergangenen Jahrhunderten nachspüren. Entzückende Kapellchen, ganze Reihen
von Totenbrettern, Kirchen mit prachtvoller Barock- oder Rokokoausstattung findet
der Besucher im Waldgebirge häufig. Uralte Wallfahrtskirchen sind auch heute noch
das Ziel vieler Gläubigen, Wallfahrten sind oft mit einem bunten "Kirta", einem
Kirchweihfest, verbunden.
Brauchtum, prunkvolle Feste und viel fröhliches Feiern gehören ebenso zum Waldland
wie die unterschiedlichsten Möglichkeiten zu Aktivurlaub und sportlicher Freizeitbetätigung.
Nur zwei Dinge sind selten geworden im Waldgebirge: Zum einen ist das der Bergbau,
einst an vielen Orten betrieben, war er nirgendwo sehr ergiebig. Bis auf Deutschlands
einziges Graphitbergwerk in Kropfmühl bei Hauzenberg existieren nur mehr vereinzelt
Bergwerks-Besucherstollen. Zum anderen sind auch die vielen Granitsteinbrüche
geschlossen. Einst wurde Bayerwaldgranit weit in die Welt hinaus transportiert.
Man findet ihn u.a. in Berlin und Rom, in Athen und Wien. Wegen seiner Schönheit
und Beständigkeit hoch geschätzt, gelang es doch, ihn durch ausländische Billigangebote
völlig zu verdrängen. |